Klima- und Umweltschutz auch weiterhin zentrales Thema

Auch wenn aktuell die Bekämpfung der Corona-Pandemie das politische Leben bestimmt, wird im Europäischen Parlament parallel dazu weiter am Green Deal gearbeitet. Bestandteil dessen ist neben einem Bericht über die Intensivierung der EU-Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung der Wälder in der Welt und einem Rechtsrahmen gegen die weltweite Entwaldung die Überarbeitung der Forststrategie. Am Welttag des Baumes möchte die Europaabgeordnete Christine Schneider, zuständig für den Bezirk Rheinhessen-Pfalz, auf den besorgniserregenden Zustand unserer Wälder aufmerksam machen und plädiert gleichzeitig für einen verstärkten Einsatz für unsere Wälder und Waldbesitzende.

 

Der Klimawandel macht das Waldökosystem anfälliger für Schäden. Der Borkenkäfer und die zunehmende Trockenheit setzen unseren Wäldern auch in diesem Jahr enorm zu. „Wir müssen daran arbeiten, unsere Wälder zu erhalten, sie zu stärken und sie auf die Zukunft vorzubereiten. Dazu bedarf es Anstrengungen auf allen politischen Ebenen. Unsere Wälder und Waldbesitzende sind durch konkrete Maßnahmen zu unterstützen“, so die aus der Südpfalz stammende Abgeordnete Christine Schneider (CDU), „Ich setze mich für eine qualifizierte, ganzheitliche und eigenständige Forststrategie für die Zeit nach 2020 mit dem Schwerpunkt nachhaltiges Forstmanagement ein.“

„Die Waldgebiete in der EU müssen sowohl qualitäts- als auch flächenmäßig verbessert werden, damit die EU ihre Klimaziele erreichen, die Biodiversität schützen und eine gesunde Umwelt schaffen kann“, heißt es beispielsweise im European Green Deal. Die CDU/CSU-Gruppe der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament zeigt sich davon überzeugt, dass sich unsere Wälder langfristig nur durch sinnvolle und nachhaltige Nutzung schützen lassen. „Der Aufbau klimastabiler Wälder muss unsere Zielsetzung für die Zukunft sein. Wir müssen alles dafür tun, die multifunktionale Waldbewirtschaftung zu erhalten“, ergänzt Schneider.

Das europäische Parlament arbeitet derzeit an einem Initiativbericht zur Forststrategie, in dem die wichtigen Eckpunkte festgeschrieben werden sollen. Der Vorschlag der Europäischen Kommission zur Forststrategie der Kommission wird für Ende 2020 erwartet. Aufgrund der aktuellen Umstände durch die Corona-Pandemie wird sich der Zeitplan erst einmal verschieben. „Wir bleiben jedoch dran und setzen für eine möglichst zügige Umsetzung ein!“ versichert Schneider.

Die europäische Forststrategie dürfe allerdings nicht mit der europäischen Biodiversitätsstrategie in Verbindung gebracht werden. Die Forststrategie müsse vielmehr ein wirkungsvolles, unabhängiges Instrument sein, das alle Fragen zum Thema Wald und nachhaltige Waldnutzung beantworten könne, so Schneider weiter.

Auch wenn die Europäische Union in diesem Prozess nur koordinierend handeln kann, nimmt sie ihre Verantwortung für die europäischen Wälder sehr ernst. Dass die Kompetenzen im Bereich der Forstwirtschaft letztendlich bei den Mitgliedstaaten liegen mache Sinn, erklärt Schneider. „Die Herausforderungen und Bedürfnisse unserer Wälder in Europa sind unterschiedlich. Da bedarf es auch individueller Regelungen.“ Die Situation im Pfälzer Wald ließe sich schließlich nicht mit den Bedürfnissen eines Pinienwaldes in Spanien vergleichen.

„In der Forstwirtschaft müssen wir den Abbau von Bürokratie, die Stärkung der Bioökonomie, die Wiederaufforstung und vor allem die Intensivierung der gemeinsamen Forschung forcieren, um unsere Wälder zukunftssicher aufstellen zu können“, so die Agrar- und Umweltpolitikerin abschließend.