Gender Equality Week

By 27. Oktober 2020Standpunkte

Erstmals „Europäische Woche zur Gleichstellung der Geschlechter“ im Europäischen Parlament

Auf Initiative des FEMM-Ausschusses für die Rechte der Frauen und Gleichstellung der Geschlechter veranstaltet das Europäische Parlament vom 26. bis 29. Oktober erstmals eine „Europäische Woche zur Gleichstellung der Geschlechter“. Diese Aktionswoche bietet die Gelegenheit, die Erfolge und zukünftigen Herausforderungen für die Förderung der Rechte von Mädchen und Frauen sowie der Gleichstellung der Geschlechter zu erörtern. „Ich finde den Vorstoß sehr wichtig und freue mich, dass die Woche der Gleichstellung innerhalb des Europäischen Parlaments auf solch große Resonanz stößt. Die Gleichstellung der Geschlechter aus Sichtweise der unterschiedlichsten Politikbereiche zu diskutieren wird neue Perspektiven eröffnen und die Gleichstellung der Geschlechter voranbringen“, so die Europaabgeordnete Christine Schneider.

2020 jährt sich die Erklärung von Peking zum 25. Mal, in der 189 UN-Mitgliedstaaten das bis heute umfassendste Konzept zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und der Stärkung von Frauen und Mädchen verabschiedeten.
Zum Abschluss der Konferenz wurden in der wegweisenden Aktionsplattform strategischen Ziele definiert und die Maßnahmen aufgelistet, die dazu beitragen sollen, dass jede Frau und jedes Mädchen ihre Freiheiten und Wahlmöglichkeiten wahrnehmen und ihre Rechte verwirklichen kann (https://www.un.org/depts/german/conf/beijing/anh_2.html#top).

Für die Aktionswoche wurden alle Ausschüsse des Europäischen Parlaments eingeladen, das Thema Gleichstellung der Geschlechter auf ihre Agenda zu setzen.

Das vollständige Veranstaltungsprogramm aller teilnehmenden Ausschüsse finden Sie hier: https://www.europarl.europa.eu/committees/en/european-gender-equality-week-october-26/product-details/20201016EOT04981
Alle Sitzungen können über das Webstreaming-Portal im EP Multimedia Center verfolgt werden: https://multimedia.europarl.europa.eu/en/webstreaming

Im Zuge der Corona-Pandemie wurde deutlich, dass bestehende, für Frauen nachteilige, Strukturen nicht nur bestehen bleiben, sondern vielmehr eine „Retraditionalisierung“ und Verstärkung erfahren haben. Die durch die Krise auftretende Mehrfachbelastungen werden überwiegend von Frauen aufgefangen. Sie sind dem enormen Spannungsverhältnis von Sorgearbeit und beruflicher Arbeit ausgesetzt. Doch die Krise kann auch als Chance dienen, um Probleme und Themenfelder sichtbarer zu machen. Nur wenn wir es schaffen, dass Thema der Gleichstellung auf allen Ebenen ins Bewusstsein zu rücken und gemeinsam an Lösungen arbeiten, werden wir wirkliche Fortschritte machen können.

 

Frauen machen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung aus, „Ihre Beteiligung und ihr Beitrag zum politischen und gesellschaftlichen Leben sind sowohl bedeutsam als auch notwendig“, so Schneider. Die Beendigung zur Diskriminierung aufgrund des Geschlechts ist eine langwierige Aufgabe und muss mit einer tiefgehenden Veränderung verbreiteter Einstellungen und Vorurteilen einhergehen. Die EU hat sich bisher eher langsam auf die Gleichstellung der Geschlechter zubewegt und hat mit einem Gleichstellungsindex von 67,4 von 100 Punkten (Stand: 2019) noch viel Raum für Verbesserungen. „Eine Gleichstellung der Geschlechter kann nur funktionieren, wenn sich alle, Männer und Frauen gleichermaßen dafür einsetzen“, zeigt sich Schneider überzeugt, „Am Ende wird sowohl unser gesellschaftliches als auch wirtschaftliches Leben von einer Ausgewogenheit der Geschlechter profitieren!“