Insolvenz Thomas Cook

By 24. Oktober 2019Statement

Nach der Insolvenz von Thomas Cook fordern die Europaabgeordneten ein ganzes Maßnahmenpaket, um deren Folgen aufzufangen und um zukünftig besser auf so eine Situation vorbereitet zu sein.

Wir müssen jetzt schnell effektive Lösungen finden, um den Verlust tausender Arbeitsplätze zu kompensieren, um vor allem die betroffenen kleinen und mittleren Unternehmen zu unterstützen und um die Schäden für den Tourismussektor und für die rund 600.000 gestrandeten Reisende weitestgehend zu beheben.

Die Regierungen der EU-Staaten sollten den Europäischen Sozialfonds und den Fonds für die Anpassung an die Globalisierung nutzen, um entlassenen Arbeitnehmern und Unternehmen zu helfen.  Die Kommission und die Mitgliedstaaten sollten außerdem sicherstellen, dass den von der Insolvenz betroffenen Arbeitnehmern ihre erworbenen Löhne und Rentenleistungen garantiert werden.

Um den Verbraucherschutz im Fall einer Insolvenz zu verbessern, sollten zudem Garantiefonds oder Versicherungsverträge von Fluggesellschaften in die EU-Bestimmungen über Fluggastrechte aufgenommen werden. Diese werden derzeit überarbeitet, eine Einigung der EU-Mitgliedstaaten auf einen gemeinsamen Standpunkt steht noch aus.

 

Der Tourismussektor, der durch den Zusammenbruch von Thomas Cook schwer geschädigt wurde, erwirtschaftet mehr als 10 Prozent des gesamten BIP der EU und ist ein Impulsgeber für andere Sektoren. Daher sollte er in die Prioritäten der Kommission aufgenommen werden und im nächsten EU-Haushalt eine Haushaltslinie enthalten.

Nach der Pleite der britischen Muttergesellschaft Thomas Cook ist auch die deutsche Thomas Cook GmbH insolvent. Bei Gericht wurde einen Insolvenzantrag eingereicht, um das Unternehmen sanieren zu können. Betroffen sind Anbieter wie Neckermann Reisen, Öger Tours und Bucher Reisen.