Weniger Pestizideinsatz zum Schutz der Bienen

By 20. Dezember 2019Statement

Dreiviertel der gesamten Nahrungsmittelproduktion in Europa ist auf Bestäubung angewiesen. Bestäuber sind für die biologische Vielfalt, die Landwirtschaft und die Fortpflanzung vieler Pflanzenarten von wesentlicher Bedeutung. Deshalb fordern die Abgeordneten des Europäischen Parlaments die Kommission in einer Entschließung auf, ein umfangreiches Aktionsprogramm für Bestäuber umzusetzen und dieses ausreichend zu finanzieren.

Derzeit werden Bienen und andere Bestäuber nicht hinreichend vor einigen der vielen Ursachen für den Rückgang ihrer Bestände geschützt. Landnutzungsänderungen, der Verlust von Lebensräumen, intensive landwirtschaftliche Bewirtschaftung, Pflanzenschutzmittel, Umweltverschmutzung, der Klimawandel und invasive gebietsfremde Arten haben zu einem besorgniserregenden Zustand geführt.

Das Europäische Parlament fordert Pestizidrückstände in den Lebensräumen der Bienen drastisch zu verringern, die Pestizidreduktion in der künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu verankern sowie EU-weite verbindliche Reduktionsziele in die Richtlinie für die nachhaltige Verwendung von Pestiziden aufzunehmen. Weiterhin hat sich das Parlament für die Erhöhung finanzieller Mittel zur Unterstützung der Ursachenerforschung des Bienenschwunds ausgesprochen. Wir brauchen eine wirksame und langfristige Strategie zur Verbesserung der Bienengesundheit sowie zur Aufstockung der Bienenbestände. Aus meiner Sicht müssen wir Anreize für eine nachhaltigere Landwirtschaft schaffen, damit Bienen und andere Bestäuber in Europa besser geschützt sind. Wir müssen dringend Zuchtprogramme zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber invasiven Arten wie der Varroamilbe vorantreiben.

Ein generelles Verbot von Pflanzenschutzmitteln kann ich allerdings nicht unterstützen.
Es gibt Situationen, in denen der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln notwendig ist, vor allem, wenn es bis jetzt keine Alternativprodukte für spezielle Stoffe gibt. Sonst riskieren wir die Versorgungssicherheit in der EU.